Lithium-Polymer-Akkus liefern enorme Leistung bei geringem Gewicht und sind aus dem RC-Modellbau nicht mehr wegzudenken. Nach einem Absturz, einer harten Landung, einer Tiefentladung oder falschen Ladung kann ein Akku jedoch beschädigt sein – auch wenn seine Außenhülle zunächst noch unauffällig aussieht.
Ein aufgeblähter, ungewöhnlich warmer oder mechanisch beschädigter LiPo-Akku darf nicht weiterverwendet oder erneut geladen werden. Gleiches gilt, wenn der Akku einen auffälligen Geruch entwickelt, zischt, Flüssigkeit austritt oder einzelne Zellen deutlich voneinander abweichen.
Typische Warnzeichen eines defekten Akkus:
• Aufgeblähte oder verformte Zellen
• Beschädigte Außenhülle oder eingedrückte Stellen
• Ungewöhnliche Wärmeentwicklung
• Süßlicher oder chemischer Geruch
• Zischen, Knacken, Rauch oder austretende Flüssigkeit
• Stark voneinander abweichende Zellenspannungen
• Auffälliges Verhalten beim Laden oder Entladen
Was ist jetzt zu tun?
Beenden Sie den Betrieb oder Ladevorgang sofort. Trennen Sie den Akku nur dann vom Ladegerät oder Modell, wenn dies gefahrlos möglich ist. Ein beschädigter Akku darf weder gedrückt noch durchstochen, geöffnet oder absichtlich kurzgeschlossen werden.
Ist der Akku bereits heiß, zischt oder raucht er, halten Sie Abstand, warnen Sie andere Personen und verständigen Sie im Notfall die Feuerwehr unter 112. Bringen Sie sich niemals selbst in Gefahr, um einen bereits reagierenden Akku noch zu bewegen.
Ein äußerlich beschädigter, aber kalter und unauffälliger Akku sollte getrennt von anderen Akkus und fern von brennbaren Materialien in einem dafür geeigneten Sicherheitsbehälter zwischengelagert werden. Freiliegende Kontakte können gegen Kurzschluss isoliert werden, sofern der Akku sicher gehandhabt werden kann.
Nach einem Absturz gilt: erst prüfen, dann laden
Gerade bei Flugmodellen, RC-Cars, Helikoptern und Drohnen können bei einem Aufprall unsichtbare Schäden im Inneren der Zellen entstehen. Kontrollieren Sie den Akku deshalb sorgfältig und beobachten Sie ihn eine Zeit lang an einem sicheren Ort. Bestehen Zweifel am Zustand, sollte der Akku nicht erneut geladen werden.
Beschädigte Lithium-Akkus gehören niemals in den Hausmüll und dürfen nicht einfach per Paket verschickt werden. Informieren Sie vor der Abgabe einen Wertstoffhof oder eine geeignete Rücknahmestelle ausdrücklich darüber, dass es sich um einen beschädigten beziehungsweise aufgeblähten Lithium-Akku handelt. Für Transport und Versand können besondere Gefahrgutvorschriften gelten.
Unser Tipp: Laden Sie Modellbau-Akkus nur unter Aufsicht, auf einer nicht brennbaren Unterlage und mit einem geeigneten Ladeprogramm. Eine feuerbeständige Sicherheitsbox kann dabei helfen, die Auswirkungen eines Zwischenfalls zu begrenzen.
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